Für einen Deckel auf dem Autobahndreieck Funkturm!

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Das Autobahndreieck Funkturm ist bundesweit der am stärksten belastete Autobahnverknüpfungspunkt. Mitten in der City-West passieren das Dreieck etwa 230.000 PKW täglich. Das führt zu Lärm und Luftverschmutzung. Darüber hinaus sind die Stadtteile Westend auf der einen Seite, Lietzensee, Witzleben und Klausenerplatz-Kiez auf der anderen Seite wie durch eine Schlucht getrennt. 60 Jahre nach der Eröffnung wird in den kommenden Jahren begonnen, das Autobahndreieck Funkturm bei laufendem Verkehr saniert. Der Planungsprozess beginnt bald. Bevor der Bund die Planungen an sich ziehen wird, haben wir als SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus unsere Forderung artikuliert: ein Deckel auf der Stadtautobahn vom Rathenauplatz bis zur Knobelsdorffstraße. Die Troglage der Stadtautobahn bietet sich geradezu für eine Deckelung an. Deshalb fordern wir eine Masterplanung für das Autobahndreieck Funkturm bis zur Rudolf-Wissel Brücke, in der auch die Prüfung der Deckelung enthalten ist.

Wenn die Kosten überschaubar sind und mögliche Szenarien der Flächennutzung dargestellt sind, sollten wir diese historische Chance nutzen. Denn wenn die Autobahn hier einen Deckel bekommt, gäbe es viele Gewinner. Gewinnen würden die Anwohner aus den angrenzenden Kiezen genauso wie die Messe Berlin und der ZOB. Denn die Lärm- und Feinstaubbelastung nimmt ab, die Umgebung des ZOB und ICC wird aufgewertet und die Kieze wachsen enger zusammen. Das Spannendste aber: Auf dem Deckel können neue Flächen entstehen: für Spielplätze und Kitas, Pflegeeinrichtungen, Parks oder gar für den Wohnungsbau. Wenn es uns an dieser Stelle die Umsetzung gelingt, könnte sich das als Blaupause für eine neue Flächenpolitik erweisen. Denn die Stadtautobahn liegt an vielen Abschnitten in einer Troglage. So könnten weitere Kieze von Lärm und Feinstaub entlastet werden und neue Flächen für die wachsende Stadt in Innenlage entstehen.