Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht vom 9. November 1938

Gedenkstunde Progrome Radziwill Wieland Müller Joffe

Anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 hat das Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag, den 08.11.2018, mit einer Gedenkstunde erinnert. Im Rahmen der vom nationalsozialistischen Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen gegen Juden wurden während der Novemberpogrome im Deutschen Reich rund 7.000 jüdische Geschäfte zerstört, 1.400 Synagogen in Brand gesetzt und mehr als 30.000 Juden verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Insgesamt fielen rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden dem Nationalsozialismus zum Opfer.

Zu der Gedenkstunde nahmen neben Senatsmitgliedern und Parlamentariern auch Holocaust-Überlebende, jüdische Gemeindevertreter sowie Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft teil. Eingeleitet wurde die Gedenkstunde durch eine Rede des Parlamentspräsidenten Ralf Wieland (SPD). Wieland erklärte, jedem Einzelnen müsse bewusst sein, dass Antisemitismus bestraft werde. Damit bezog er gleichermaßen Zugewanderte und Schutzsuchende mit ein. Der Regierende Bürgermeister zu Berlin Michael Müller, ebenfalls von der der SPD, rief dazu auf, offen gegen jede Form von Antisemitismus und Rassismus einzutreten.
Der 9. November 1938 soll daran erinnern, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich seien. Müller wies daraufhin, dass die Lebensbedingungen in anderen Ländern sich mit denen in Deutschland von Grund auf unterscheiden. Dementsprechend sei der 9. November sowohl Mahnung als auch Auftrag zur Wahrung der Demokratie. Ergänzt wurden die Reden durch zahlreiche Zeitzeugenberichte, vorgetragen von Schüler/-innen des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn.
Abschließend betonte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, dass gerade in der jetzigen Zeit, in der antisemitische Straftaten wieder zunähmen, an die Taten des Nationalsozialismus erinnert werden müsse und forderte eine konsequente Bestrafung.

Begleitet wurde die Gedenkveranstaltung mit musikalischen Beiträgen der Schüler/-innen und des Kammerorchesters unter Leitung von Boris Rosenthal und Ulla Berhanu.
Im Anschluss an die Gedenkstunde legten die Gastgeber auf dem Gelände der "Topographie des Terrors" einen Kranz nieder.

Es war eine sehr würdige Gedenkstunde, die uns zeigt, dass der Kampf gegen Antisemitismus und jede Form von Rassismus konsequent geführt werden muss. Unsere Gesellschaft darf sich nie wieder spalten lassen von rechts.

Foto: Berliner Abgeordnetenhaus