urban gardening in der Stadt verwurzeln

urban gardening Radziwill

Die rot-rot-grüne Koalition setzt sich für ein gesamtstädtisches Konzept für urban gardening ein. Gärtner soll in Berlin jede und jeder sein können unabhängig davon ob man ein Haus mit Garten am Stadtrand, einen Kleingarten oder ein Ferienhäuschen vor den Toren Berlins hat.

Berlin ist schon jetzt eine grüne Stadt. Es gibt viele Parks, Seen und Grünflächen. Darauf sind wir stolz. Stolz sind wir auch auf die 150 Jahre alte Geschichte der Kleingärten. Arbeiterfamilien begannen im industrialisierten Berlin damit auf ungenutzten Flächen kleine Gärten anzulegen, um sich einerseits selbst zu versorgen und andererseits ein Stück Natur genießen zu können. urban gardening schließt an diese Tradition an, nur das es ein weitergehendes Konzept ist.

urban gardening hat selbstverständlich positive Auswirkungen in Ballungsgebieten auf unsere Umwelt: das Mikroklima verbessert sich zum Beispiel, die Biodiversität nimmt zu oder -was mir besonders am Herzen liegt- Bienen können neue Lebensräume finden.

Aber urban gardening ist weit mehr als Ökologie, denn urban gardening bedeutet vor allem Teilhabe!
Teilhabe an Natur, an einer gesunden Umwelt, an Bildung über unsere Umwelt. Kinder sollen wissen, dass Obst und Gemüse nicht in den Regalen der Supermärkte wächst.

Denn dieses Gärtnern im öffentlichen Raum ist weit mehr als Ökologie, als der Umweltschutzgedanke im grauen Großstadtgrau. Urban Gardening ist gelebte Sozialpolitik. Grün für alle, nicht nur für die Reichen mit ihren Luxusbalkonen oder Penthouse-Dachgärten. Es ist ein großes, ein grünes Miteinander im Herzen unserer Stadt. Für das die Berlinerinnen und Berliner aus bürgerschaftlichen Engagement Verantwortung übernehmen und neben der Teilhabe auch der Gemeinsinn gestärkt wird.

Und genau so sollten wir urban gardening verstehen - wir sollten viel mutiger sein. Wir müssen das Urban Gardening aus seiner Nische herausholen und in unserer Stadtentwicklungspolitik unterbringen. Wir sollten öffentliche Gärten auf städtischem Wohnungsbau schaffen - ich sage bewusst auf: denn es gibt zig Gebäude der städtischen Wohnungsbaugesellschaften, wo riesige Flächen auf dem Dach vor sich hinvegetieren. Warum nutzen wir diese Flächen nicht? Im Sinne aller?

Wir könnten mit einem Leuchtturmprojekt beginnen: Warum begrünen wir nicht das Dach des Neuen Kreuzberger Zentrums? Als ein erstes großes Signal, dass wir das Grün im Stadtzentrum für alle wollen.

Als Sozial- und Mietenpolitikerin ist mir eins ganz besonders wichtig und das sage ich in aller Deutlichkeit: wir wollen, dass Alle Berlinerinnen und Berliner von urban gardening profitieren. Eine Gruppe in Berlin darf allerdings nicht hieraus Profit ziehen und zwar, sehr geehrte Damen und Herren, die Vermieterinnen und Vermieter.

Mit dem Garten auf dem Dach darf nicht die nächste Mieterhöhung im Briefkasten folgen! Eine bezahlbare innerstädtische Wohnung und urbane Gärten dürfen nicht im Widerspruch stehen. Darauf werden wir als SPD-Koalition ein besonderes Auge drauf haben und ich denke ebenso auch unsere Koalitionspartner.
Auch urban gardening geht nur in einer Stadtentwicklungspolitik, die Mietsteigerungen wirksam begrenzt, Millieus schützt und neue Wohnungen baut.